Sonntag, 9. Juni 2013

Beobachtungsbericht 7.6.13


Nach 3 Nächten mit wenig Schlaf hab ich dann mal im Freundeskreis rumgefragt, ob jemand zum Sightseeing mitkommen möchte. Denise und Josef haben sich dann angemeldet. Ich hab den beiden eine Wegbeschreibung geschickt und bin losgefahren um das Teleskop um 22:30 in der Dämmerung aufzubauen. Marco kam auch, und ich hab bis die beiden um 0:00 da waren noch schnell die Galaxie M64 angeschaut, bevor Coma Berenicies im Dunst von Baden Baden verschwindet.

Das schwarze Auge war sofort zu sehen, die riesige, dunkle Gaswolke in dieser schönen Galaxie.

Ich hab dann erstmal mit dem grünen Laserpointer erklärt was welches Sternbild ist, wierum sich alles dreht und warum der Süden interessanter ist als der Norden.

Tja, und dann ging es auch schon los mit dem Sternchen, das nicht in der Karte der Jungfrau verzeichnet ist:
Saturn! Die beiden zeigten sich sehr beeindruckt, das ist schon unfassbar, wenn man sowas zum ersten Mal sieht. 

Es gab von allem etwas, erstmal die Geschichte wie unser Zentralgestirn mal enden wird, was man mit M57 und M27 eindrucksvoll zeigen kann.

Dann den Cirrusnebel, wenn die Sonne die Gashülle nicht nur abstösst, sondern es gleich vorzieht sich selbst ganz in den Kosmos zu sprengen.

NGC4565 war unser nächstes Ziel, um zu zeigen das man Licht in die Pupille geschossen bekommen kann, welches 60 Millionen Jahre lang unterwegs war. Allerdings schon sehr lichtverschmutzt durch Baden Baden.
Dann M51, Denise konnte den Strudel auch direkt erkennen, was beweist das sie sehr gut sehen kann.

Und auch den schwachen Stern über Alkor&Mizar hat sie direkt erkannt, den hab nichtmal ich gesehen.

Alkor&Mizar war dann ein schönes Beispiel für einen weiss-weissen Doppelstern, Albireo für einen gelb-blauen...

Als Sternentstehungsgebiet musste der Omeganebel herhalten und M11 konnte mit seinem Funkeln auch überzeugen, denke ich ...

Auf Wunsch gabs dann nochmal Saturn, und schon war der Abend um kurz vor 2 auch schon wieder gelaufen, ich musste heute früher ins Bett, da morgen Spiegelschleifen angesagt ist :-)

Beobachtungsbericht 6.6.13


Heute waren wir zu viert, Christian Busch, Boris Beil, Marco Waltenberger und ich.
Ganz schön was los da oben... :-)

Ich wollte mir heute die Sonnenblumengalaxie M63 als erstes anschauen ..

 Den hellen Kern kann man schnell vom umliegenden Halo trennen und 
hat schnell verstanden was hier an eine Sonnenblume erinnert...
Zeigt auch das Leute mit wenig Phantasie die Finger von Galaxien lassen sollten :-)


Ich begab mich alsbald wieder in den Schwan, um dort den Footprint Nebula zu suchen, hatte jedoch keinen Erfolg... Ich werde die Suche ein anderes Mal weiterführen ... warscheinlich hab ich ihn sogar gesehen, hab ihn aber als kleines Sternchen wahrgenommen, so klitzeklein wie der ist ...

Da kam auch schon wieder die ISS, und ich hab sie wieder schön im Okular halten können, es war nicht die Draufsicht wie gestern, sie hatte sich heute wohl ein Stückchen zur Seite geneigt, so das 1 Sonnensegel von den Modulen leicht verdeckt wurde ...

Ich schwenkte rüber zu CEP um mir noch einmal die Galaxie NGC6946 anzusehen...

Da muss man schon sehr genau hinsehen, dann kommt so ein Eindruck von Spiralarmen,
wirklich dauerhaft zu fassen sind sie nicht...

Als nächstes war NGC7026, der fliegende Teppich an der Reihe....

bei 140x hab ich nur ein klitzekleines schimmerndes Fleckchen
gesehen, welches sich bei 200x schon leicht rechteckig abzeichnete neben seinem hellen Sternchen
Bei 380x konnte dieser Eindruck dann bestätigt werden.
Draufgesetzt und ab durch den Weltraum geflogen :-)


Da NGC7027, der Cheeseburger gleich in der Nähe war, stattete ich diesem auch einen Besuch ab....
Diese "Zeichnung" hab ich ausnahmsweise mal mit Photofiltre erstellt, mit der Spraydose.
Herantasten musste man sich genauso wie beim letzten Objekt:
Erst bei 380x konnte man die beiden Burgerbrötchen sehen...

Es war dann schon wieder 1:30 Uhr, was mich dazu veranlasst hat wieder zum Adler zu springen, um einen 2ten Blick auf den Adlernebel zu werfen. Diesmal konnte ich die dunkle Stelle mit den Säulen der Schöpfung besser identifizieren, eine Trennung gelang mir allerdings immer noch nicht... Vielleicht hätte ich höher vergrössern müssen ... Naja, vielleicht das nächste Mal...

Dann kam wieder der Omeganebel an die Reihe, den konnte ich mir nun mal etwas genauer ansehen:

Hatte ich gestern beim drüberschwenken nur den hellen "Haken" gesehen,
waren heute auch sofort die fadigen Strukturen rechts davon zu erkennen.
Ein toller Anblick, ich mag solche grossen, galaktischen Nebel.
Es macht auch Spass zwischen UHC und OIII hin und her zu schieben,
weshalb ich sie beide auf der Zeichnung vermerkt habe, diese ist sozusagen ein Best-of aus beiden Filtern.


Auf dem Weg zum Lagunennebel bin ich bei M22 hängengeblieben... mittlerweile schon fast auf den Knien, da das Teleskop so weit unten in Richtung Horizont ausgerichtet war. Der Lagunennebel ist auch so ein Ort, an dem man locker mal 2 Wochen Urlaub machen könnte, die Bacardi-Insel is nix dagegen :-)

Die "Bucht" und die anderen hellen Teile, sehr imposant.

Ich schwenkte nochmal zum Adlernebel, aber um 2:45 wurde es schon wieder merklich heller, so das ich keinen weiteren Versuch unternahm Details zu suchen ... 

Da ich heute frei hab, hab ich mir mit dem schlafen gehen Zeit gelassen .... 








Samstag, 8. Juni 2013

Beobachtungsbericht 5.6.13


Wir sollten heute "nur" zu zweit sein, was die ganze Sache ein bisschen entspannter machte ...
Nicht das ich es nicht mag wenn andere Beobachter dabei sind, aber man hat eben mehr Zeit für sich selbst und kann in Ruhe "für sich neue" Objekte suchen und mal eine Seite im Atlas abklappern ohne zu reden, es hat beides was für sich ... nicht dass das jemand falsch versteht :-)

Christian war mit seinem 15" Teleskop bereits vor Ort, und ich suchte mir meinen - eigentlich schon so n bissle - Stammparkplatz und schraubte die Lichtkanone zusammen .. und rupfte mir glatt den Stecker vom Lüfter ab, worauf ein schnelles runterkühlen des Hauptspiegels flach fiel ... aber egal, wir sehen das sportlich ... ich bin halt n Hektiker und in darauffolgender, finaler Konsequenz ein Grobmotoriker :-)

M57 ist ein tolles Objekt und wird - soweit in Sichtweite - immer gerne angefahren ...

 Ich denke das Amateuerastronomen, die diese Zeichnung sehen, wissen was los ist.
Wenn man den Zentralstern sieht und auch der Stern der "im Weg" liegt, sollten alle Klarheiten beseitigt sein
.. wie schön doch Ironie sein kann ... :-)
Die Zeichnung ist zwar von meinem ersten Testlauf mit dem 18"er, konnte aber genau so bestätigt werden!


Ach ja, der Blinkende Nebel ... auch son Ding, Nebelring ... und was sich reimt, ist bekanntlich ne schöne Sache .. also hab ich den Kollegen mal ins Visier genommen ... bei 140x und 200x blinkt er noch ... bei 380fach nicht mehr ... das sieht dann so aus:

Wenn ich nicht so überwältigt gewesen wäre, hätt ich auch nach Details suchen können ...
... aber immer langsam mit den jungen Pferden ...


Ich habe dann da weitergemacht wo ich gestern aufgehört hatte: die Suche nach M106 ... eigentlich ein Klachs, wenn man wieder ein bisschen konzentrierter ist: 

 Nach kurzer Zeit konnte ich die Spiralarme schimmern sehen ...
die kleine Galaxie, die daneben steht, habe ich als schwachen Schimmer wargenommen
und ist auf diesem Bild eher im Ideal (nur indirekt sichtbar) vermerkt...


Also bin ich mal zu Christian rübergestiefelt, der sich grad auf Spiralarmsuche befand. Da er grad voll bei der Sache unterm schwarzen Tuch war hab ich nicht weiter gestört, sondern bin einfach mal selbst auf die Jagd gegangen .. NGC6939 im CEP war schnell gefunden .. aber mit der Suche nach "Gefanger des NGC Kataloges Mr. 6946" war der Wärter ne Weile beschäftigt. aaaah, da kommt ja die leichte Aufhellung ... Ich merke aber das mir da auch die 18" nicht helfen, wenn Christian mit 15" schon Arme sieht ... da fehlt einfach die Erfahrung oder auch die Geduld und last but not least das geschulte Auge... 

Die Zahl 7023 soll hier kurz als Notiz vermerkt werden ...

Tja und rein zufällig - wenn man bedenkt, das gerade das passende Okular reingeschraubt war - kam gerade die ISS hoch ... ich wollte das schon immer mal versuchen unseren ständigen Begleiter im Teleskop zu verfolgen .. also zielte ich mit dem Sucher, und stellte ihn so ein, das der weisse Punkt direkt auf das Fadenkreuz zuraste ... das erforderte schon ein paar Versuche, manchmal guckt man zu spät ins Okular ... aber irgenwann schiesst dieses rot-weiss-rote etwas ins Gesichtsfeld und man schafft es auch - den Dobson fest umklammert - das Ding im Okular zu halten ... Ich habe die Sonnensegel und ein paar Module ausseinanderhalten können ... der absolute Wahnsinn ... ich habe sie kurz nach dem Zenit bis zum Horizont verfolgt ...

Etwas planlos hab ich mich an Christians Empfehlungen gehalten, auch so'n Sternbild in dem ich noch nie unterwegs war: der Adler ..

War eher anstrengend direkt zu halten,
hat aber ein tolles Glitzern, man kann sich direkt und indirekt eigentlich im
Wechsel mit den umliegenden Sternen ein tolles Schauspiel schaffen.


Ein Ruf von Christian, der gerade einen rotierenden Satelliten entdeckt hatte, riss mich kurz aus dieser Beobachtung ... schön wie der immer wieder heller und dunkler wurde, wie ein Nadelstich im hellsten Zustand...

Die Säulen der Schöpfung im Adlernebel faszinieren mich schon eine ganze Weile .. ein Sternentstehungsgebiet, bestehend aus 3 grossen Gassäulen, die wiederrum kleine "Rüssel" besitzen, aus denen ein neugeborener Stern heraugespuckt wird .. genau so könnte man das beschreiben .. nun, das sehen wir natürlich nicht im Amateurteleskop ... aber die 3 Säulen zumindest ansatzweise wahrzunehmen sollte mit 18" möglich sein. ... auf dem Weg dorthin begegnete mir dann unter anderem M11, entweder einem gefallen offene Sternhaufen oder nicht ... für mich sind sie immer wieder galaktische Raststätten, um meine angestrengten Augen neu zu kalibrieren ... schön ... 

Nun aber auf zum begehrten Objekt:

Ungefähr in der Bildmitte befindet sich der dunkle Fleck, welcher mit mehr Zeit vielleicht in 3 Säulen
aufgeteilt werden kann .. just in diesem Moment war die Himmelsaufhellung merklich wahrnehmbar ...
es war mittlerweile 3 Uhr morgens ... ich sollte also noch nicht zu meinem heissersehnten Ziel gelangen ...

Ich schaute mir noch den Omeganebel an und konnte mich nicht entscheiden ob nun der UHC oder der OIII die bessere Wahl ist, sicherlich auch ein Effekt der Überanstrengung der Augen ... deshalb will ich eine Zeichnung von M17 auch erst beim 2. Versuch am nächsten Abend hinzufügen .

Kurz und knapp:
Tschüss gesagt, Teleskop zerlegt und ab ins Bett ... schon wieder so spät ... um 4:30 lag ich im Bett und konnte noch lange nicht schlafen ... um 8:10 klingelte der Wecker ... 







Beobachtungsbericht vom 4.6.13

2.5 Milliarden Jahre ....


... sollte es heute in die Vergangenheit gehen ...
Genauso lange schien ja jetzt auch die Phase des bedeckten Himmels gegangen zu sein. :-)
Endlich sollte es ein paar Tage mit schönem Wetter geben.
Was das bedeutet werde ich in 4 Tagen verstanden haben, aber dazu später mehr.

Der kleine Quasar 3C273 war eines meiner ersten Ziele am heutigen Abend ...
Die Stelle war schnell gefunden und der schwachste Punkt war das ernüchternde Ergebnis ..
Natürlich wusste ich das ich nicht mehr als einen weissen Punkt sehen würde, ich genoss den Gedanken,
das mich gerade das Licht erreichte, welches diese unglaublich lange Zeitspanne unterwegs war.
2.5 Milliarden Jahre ... einfach unvorstellbar.

Da aber die Jungfrau in der Dämmerung immer weiter Richtung Westen reiste, nahm ich mir
zum warmwerden kurz M51 vor, aber jetzt wollte ich ein paar Experimente oder besser gesagt Vergleiche anstellen ... ich nahm mir ein paar Objekte vor, die ich vor 10 Monaten mit meinem 10" Teleskop gesehen hatte .. angefangen mit M27 ... ich konnte mich noch erinnern, das mir das Aufsuchen damals schwer gefallen ist ... mittlerweile muss ich zu so einem Objekt nicht mehr starhoppen, das Gehirn rechnet automatisch das verdrehte Bild um und so war ich im Sucher in Sekunden bei Charles' "nicht-als-Komet-verwechseln-Objekt-Nr.27" angelangt, der Hantelnebel ...

Erst nur als die hellere Hantel sichtbar, die sich mit UHC langesam mit ihren Ausläufern
schmückte, zeigte sich im OIII die ganze Pracht des Nebels, wie hier auf der Zeichnung zu sehen.
Wow! Da knallts' einem die Augen weg! So hell ist das! Ich hab wohl keinen "faulen" Baader erwischt :-)
Und erstrecht kein faules Teleskop!

Wenn schon in der Nähe stattete ich M71 einen Besuch ab, es ist ein schönes Funkeln und Glitzern, das ganze .. 


Damals im 10" war NGC6905 nur ein schwaches Nebelfleckchen .. überhaupt kann man sich mit einem 10 Zöller in Messiers, Herschels und Dreyers Fussstapfen wiederfinden, aber es ist toll damit das dobsn zu lernen und die Objekte zu lokalisieren ... 


Aber auch damals konnte ich die Form erkennen, jetzt im 18"er, zeigten sich die Strukturen,
wie dieses Bild zeigt.


Mit einem Filterschieber bewaffnet, der mit UHC und OIII geladen ist, kann die Jagd so richtig entspannt losgehen ... so muss das sein :-) Cirrusnebel hörte ich meine Vereinskollegen sagen ... "Wieee du hast den noch nicht angeschaut?!?" Na, dann, los gehts! Das ist das was ich den OIII-AHA-Effekt nennen möchte:
Den Stern in NGC6960 angepeilt ... hmm ... noch nix ... dann mal den UHC reingeschoben ... immer noch nix ... mit OIII kam ein ungebremstes AAAAAH! aus mir heraus, welches meine heutigen Mitspechtler mit Sicherheit kurz innehalten hat lassen: 

Der Abstand der beiden Nebelteile stimmt natürlich nicht, viel eher wollte ich die beiden
auf ein Blatt bringen um meinen Eindruck zu schildern.

Als ich nach einigem hin- und herfahren die Filter in umgekehrter Reihenfolge wieder herausschob, konnte ich auch ohne Filter den Nebel schwach wahrnehmen ... und schon wieder das Auge geschult :-)

Wie lange ich dann im Nordamerikanebel herumgefahren bin, kann ich nicht sagen ... ab jetzt hatte mich die Faszination so gepackt, das ich die Zeit vergessen hatte ... ich weiss nur, das ich meine USA-Rundreise in Florida beendet hatte, was ein weiterer Beweis dafür ist, das dieses Teleskop ein Objekt bei erster Sichtung richtig toll darstellt.

Wie man bei Monty Phython so schön sagt: "Now something completely different!" Mir fiel ein, das ich ja auch noch eine Galaxie sehen wollte, die ich noch nicht gesehen hatte ... Alte Hasen lachen sicher darüber, aber ich bin mit 10 Monaten Erfahrung ja auch noch nicht soooo lange dabei ... Jetzt aber mal schnell, bevor der grosse Wagen in den Lichtkegel von Karlsruhe eintaucht ... 

Mit 60facher Vergrösserung nur als graues Fleckchen zu sehen, war ich anfangs etwas enttäuscht,
war ich doch um kurz vor 2 auch schon ein bisschen Müde. mit 140x durch mein 14mm Explore Scientific wurde dieser Fleck heller, und der Himmel ein Stück dunkler.
Als ich dann das erste Mal nachführen musste, blitze der erste Spiralarm auf.

Auch hier hat mich der Virus erneut gepackt und ich habe auf der Hatz nach den Spiralarmen ein weiteres Mal die Zeit vergessen, bis die Kirchturmuhr des nahegelegenen Örtchens mich kurz aufschrecken lies: verdammt, schon 2:15 Uhr... die Dunkelheit war bald schon wieder vorbei, also wollte ich mich auf die Suche nach M63 begeben. Als ich M109 gefunden hatte, lies meine Konzentration nach und ich beschloss, diese Suche auf die nächste Nacht zu legen ... zu Hause liess ich diesen grossartigen Abend noch einmal Revue passieren, was mich schlussendlich erst um 4 schlafen liess .. Es sah zwar danach aus, aber ich wusste noch nicht 100%ig, das ich am nächsten Tag schon wieder rausgehen würde ....



Montag, 27. Mai 2013

Das Planetentrio ...


... sollte mir durch eine ausserplanmässig abgerauchte Frontscheinwerferglühbirne fast durch die Lappen gegangen sein ... aber mit nur einer funktionstüchtigen wollte ich nicht zum Beobachtungsplatz fahren .. Mein Freund Christian A. hat sich noch kurzfristig eingeklinkt, ihm kam die kleine Panne zugute, eigentlich wollte ich ja schon längst auf dem Weg sein ...

Um 22:25 war das Teleskop aufgebaut, leider zu spät um allen Vertretern dieser illustren Dreisamkeit einen Besuch abstatten zu können ... Lediglich Merkurs Licht sollte kurz auf unsere Pupillen treffen dürfen ... Schade, aber mit blossem Auge konnten wir das Trio noch beobachten, sehr eindrucksvoll ...

Wir mussten uns ein bisschen beeilen, denn 12 Grad unter dem Horizont sollte die Sonne ja schon wieder vom aufgehenden Mr. Moon abgelöst werden ...

Also begannen wir mit M13, ein bisschen Sightseeing muss ja immer sein .. gefolgt von M5 und Saturn, man merkte aber das der Spiegel noch nicht an die Aussentemperatur angepasst war .. Castor liess sich bei 135fach schön getrennt auf uns ein, NGC4361 blieb ein schwacher Fleck in der Dämmerung .. Wenn man grad schon in der Ecke ist kann man auch mal kurz nen mexikanischen Hut aufsetzten: Das Staubband trennte M104 schön durch, der untere schwache Teil flammte ab und zu auf ...

Mal geguckt was M65 und 66 so treiben: Aaah ja, da ist es ja, das Leo-Triplet, ich finde es sieht aus wie ein Galaxiengesicht zusammen mit NGC 3628, das seine gegenwärtige Stimmung aufgrund seines schwachen Mundes nicht preisgeben will :-) im 30mm Okular ein toller Anblick ...

Ein Schwenk zu NGC4565, das Staubband blitzte auch schon bei aufgehelltem Himmel durch, die Nadeln blieben mir bis in die äussersten Regionen allerdings noch verborgen.

Ein zweites Mal wollte ich Jagd auf den Zentralstern in M57 machen, nicht zu letzt um C.A. zu zeigen was das Teleskop kann ... Man könnte sagen es ist wie in einer Quizshow: wer Ihn sieht drückt den Buzzer, und mit 18" mööpt es nur noch :-) aber jetzt mal nicht übertreiben ...

Wir haben dann mal den OIII in den Filterschieber geschraubt und Vergleiche angestellt, die Eule M97, es ist ein unterschied wie Tag und Nacht ... auch ein schöner Vergleich, denn Eulen sind ja bekanntlich in der Dunkelheit unterwegs :-)

Das ungeschlagene Highlight war aber M51, meine Lieblingsgalaxie momentan ... als ob jemand den Abfluss aufgemacht hätte, so gestrudelt hat das! Könnte ich mir stundenlang reinziehn ... Der Halo der kleinen Galaxie hat sich schön vom hellen Zentrum weggefächert ... einfach toll mit wieviel Einzelheiten man sich hier beschäftigen kann ...

Ein okkerfarbener Schein trat hinter den Bäumen hervor: Es war soweit ... bevor es richtig dunkel wurde, ging unser Trabant auf ... noch ein kurzer Besuch bei Albireo, und wir haben den 18"er wieder zusammengepackt ... auch so ne kurze Tour kann Spass machen ...


Samstag, 25. Mai 2013

1. Testlauf mit 18" Dobson...

Endlich habe ich am 16.05.2013 meinen massgeschneiderten 18" Dobson von Spacewalk Telescopes abgeholt.

Da das Wetter zur Zeit nur mässig bis schlecht mitspielt, blieb mir bis jetzt erst eine Chance, den Lichteimer zu testen und das auch leider bei Halbmond.

Aber zumindest sollte ich schon am 18.5. kurz die Chance erhalten, einmal durch das Teleskop sehen zu können. Es besitzt eine Brennweite von 1894 Millimetern. Die Konstruktion ist wirklich genial und sehr einfach aufzubauen, während der Spiegel mit dem auf dem Spiegelschutz eingebauten Lüfter heruntergekühlt wird. Auch eine Fangspiegelheizung ist vorhanden, wenns mal taut :-)

Nach 10min. war der Dobson einsatzbereit. Ich konnte alsbald auch auf 380fach vergrössern.
Da immer wieder Schleierwolken auf- und abzogen, war es kein richtiges Vergnügen, man musste halt immer wieder durch die Lücken von Objekt zu Objekt springen.

Ich habe kurz Saturn angeschaut, aber richtig enorm war erst M13, der bei dieser Vergrösserung gerade noch so ins Gesichtsfeld passte ...

Dann war M57 an der Reihe, ausgefranste Ränder, vom Mittelpunkt wegführende, subtile Strahlenförmige Strukturen, die nach ein wenig Geduld ihr innerstes offenbarten: Der Zentralstern. Ab und zu blitzte er in mein Auge, phantastisch.

Leider war es das dann auch nach 1 1/2 Std. musste ich wieder zusammenpacken und war um 0:50 wieder zu Hause, bis nach Monduntergang um 2:03 Uhr hatte das Wetter leider nicht gehalten ...