Dienstag, 16. Juli 2013

Beobachtungsbericht 16.07.2013

Die Nacht begann einen Abend zuvor, aber die richtigen Beobachtungen begannen erst nach 0:13, da dort der Halbmond erst untergegangen war ..

Der Himmel war sehr transparent, die Schildwolke war klar auszumachen und schön hell ..
Die Milchstrasse ging bis fast an den Südhorizont hinunter.

Ich widmete mich noch einmal der Galaxie NGC 6384, weil das Augenverbiegen ja so spass macht :-)

Ich konnte mit viel Geduld den 3. Spiralarm sichten, allerdings war das sehr wage. Ich fertige deshalb keine neue Zeichnung an.

Ich ging alsbald auf den Schwan los, da der Himmel in Zenitnähe einfach phantastisch war.
Ich will sogar sagen das es im Bereich des Nordamerikanebels nördlich Deneb sehr aufgehellt war.

Aber nun zu den - für mich - neuen Objekten.

Ich hatte mir den planetarischen Nebel NGC 7008 für heute auserkoren:

 Ja, die Fötusform kommt sofort zur Geltung.
No more words to say :-)


Dann schauten wir uns nochmal Barnard 103 an, das macht schon Spass an der Nebelkante herum zu driften.

Ich probierte noch einmal den Cocoonnebel, zumindest konnte ich in der Gegend eine schwarze Kante feststellen, aber auch nur in südöstlicher Richtung.

Dann spurtete ich weiter zu NGC 40 ... ganz schön ungewohnt, eine NGC Nummer, die nicht 4-stellig ist :-)

2 Schalen um einen Zentralstern.
Ich mag planetarische Nebel.


Da der Himmel schön dunkel war, dachte wagte ich einen weiteren Versuch Abell70 zu sichten.

Ich habe keine Ahnung welche Vergrösserung ich einsetzen muss, um dat Ding nu wirklich zu finden.

Ich fuhr die Stelle mit 140, 200 und 380fach ab, nix.

Plötzlich drifteten mir beim Nachführen 4, später 5 schwache Punkte ins Okular. Ich dachte erst das sei eine optische Täuschung. Ich realisierte ein paar Sekunden später das ich nicht mehr nachführte, und die Objekte trotzdem im Okular blieben ... die folgende, später zu Haus per MS-Paint hastig erstellte Formation hatte ich bei 380x im Okular: 
Mir war klar das es etwas geostationäres 
sein musste, nur was?
Ich tippte auf eine Satellitenformation...


Dank freundlicher Hilfe aus dem Astrotreff sollte sich diese Vermutung dann auch bestätigen.

Ich ging danach noch mit Kaputze über dem Kopf und dem OIII/UHC-Filter bestückten Filterschieber weiter auf die Jagd nach Abell 70, aber wieder Fehlanzeige ... offenbar noch nicht dunkel genug? Falsche Vergrösserung? Ich weiss es nicht ... 
mit 8-9mm grossen Pupillen (bin ich ja stolz drauf) sollte doch so ein heller Abell mal drin sein ... 
Weiss nicht was ich da falsch mache ... 

Wieder unter der Kapuze hervorgeschaut, blendete mich die Umgebung schon fast, so runteradaptiert wie ich war... Ein Blick auf die Uhr beendete meine Suche....

Ich war um 3:15 daheim und 2 Pils später um 4:15 im Bett ... kurzer Schlaf, vom Wecker aus der Tiefschlafphase gerissen ... Bäh :-)





Samstag, 13. Juli 2013

Beobachtungsbericht 13.7.2013

Ich war wieder mit Christian draussen, um 22:50 war ich am Beobachtungsplatz angekommen ...

Ich unternahm ab 0:30 einen Versuch den Cocoonnebel zu sichten, aber dank des immer noch aufgehellten Himmels durch Rauchschwaden keine Chance ...

Ich schaute mir einen hellen planetarischen Nebel an:

knallig blau, oval, sehr schön ...

Nun wurde es Zeit nach Abell70 zu suchen .. aber auch hier wurde ich enttäuscht, der Himmel war zu hell ...
Weder der Schütze noch die Fische waren sichtbar, ziemlich erbärmlich ...

Für heute hatte ich mir aber auch eine Balkenspiralgalaxie ausgesucht, und diese auch eine ganze Stunde intensiv beobachtet ... herausgekommen sind folgende Details:

 Die beiden Spiralarme, die an den beiden Sternen enden,
sind mit etwas Übung auszumachen. der 3. auf den Fotos auffällige
lag bei mir knapp unterhalb der Wahrnehmungsgrenze.


Zum Schluss gab es noch einmal Uranus und Neptun, auch bei Uranus glaubte ich einen Mond erspäht zu haben ... 

um 4:20 bin ich losgefahren, noch zeichnen und Berichte schreiben ... unter anderem diesen hier ... 

Beobachtungsbericht 11.7.2013

Ich war um 22:45 am Platz, zusammen mit Christian Busch.
Um 23:15 war der 18"er aufgebaut und kühlte per Lüfter herunter... es war schon ganz schön frisch ...

Wir unterhielten uns eine Weile über alles Mögliche, bis wir dann um 0:00 langsam loslegten ...
Die Himmelsqualität war anfangs sehr gut.

Ich beschäftigte mich mit allerlei bekannten Sachen, bis ich mich bei absoluter Dunkelheit um 0:40 an den Egg-Nebel wagte ... aber Fehlanzeige ... eventuell weil er so klein ist ...

Nennenswert war der Diamantring, den ich eine ganze Weile betrachtete:

Die hellere Stelle kommt von einem kleinen Vordergrundstern, 
der diesem planetarischen Nebel seinen Namen gibt.
Den Stern als solchen wahrzunehmen ist mir nicht gelungen.


Dann plauderten wir wieder eine ganze Zeit und genossen ein atmosphärisches Phenomän, welches sehr selten ist und auch nur in den Hochsommermonaten um die Sommersonnenwende sichtbar sein kann.
Leuchtende Wolken! Das sind Wolken in 81-85 km höhe, welche von der Sonne angestrahlt werden.
Ein schönes Schauspiel, welches dann gegen 2:30 wieder verblasste ...

Mittlerweile war der Himmel aufgehellt, Schuld daran sind Rauchschwaden von den Buschfeuern aus Kanada.... 

Ich suchte mir einen weiteren planetarischen Nebel aus:

Hier ist eine - ich will mal sagen - mundförmige Struktur zu erkennen.
Eine schöne Geschichte. Kann ich jedem nur empfehlen.


Dann haben wir gegen 3:45 noch einmal in nordöstlicher Richtung einen leuchtenden Wolkenstreifen gesehen.
Ein kleines Revival ... 

Da es für Deepsky nun schon zu hell war, haben wir uns dann Neptun und Uranus angesehen .. .
Für die beiden war es für mich in meinem 18er first light ... bei Uranus habe ich eine fahlgrüne Scheibe oder auch fahltürkise Scheibe wahrgenommen ... Neptun war eine klitzekleine tiefblau diffuse Planetenscheibe .. 
an der Position, an welcher sich der Mond Trition befinden sollte, blitzte immer mal wieder etwas auf ... ich werte ihn als gesehen ...

Mittlerweile gähnend packte ich zusammen .. die beiden Nebel, die leuchtenden Wolken und unsere beiden entferntesten Planeten machten die Nacht zum besonderen Erlebnis .. 


Mittwoch, 10. Juli 2013

Beobachtungsbericht 7.7.2013 - Zurück in Deutschland, 18"

Viel hab ich nicht beobachtet heute, eigentlich habe ich nur 3 Objekte wirklich intensiv angeschaut um mit den Bedingungen auf Kreta zu vergleichen, da ich diese dort das erste Mal gesehen habe....

Aber da ich mit dem 18er wieder höher sinnvoll vergrössern konnte, war es das durchaus Wert.

Angefangen mit NGC 6543:

Mit etwas Geduld und hoher Vergrösserung fielen mir dann
endlich die Details wie das Auge und die Nebelschalen um
dasselbe herum auf.
 

Der Saturnnebel zeigte jetzt sicher seine Jets,
auch der Farbstich war noch da, wenn auch der
Himmelshintergrund doch milchiger war...
Aber es wird ja auch noch nicht richtigrichtigrichtig dunkel :-)

 

Auch hier war der Farbstich nicht mehr ganz so dolle,
wenn aber durchaus sichtbar...


Dann hab ich wieder die grossen Nebel M16/17/18/20 ins Visier genommen und mich darüber geärgert, das ich wieder Filter einsetzen muss :-)

Nach 3 Stunden haben wir wieder abgebaut....
Aber auch wieder schön daheim zu sein ... Home sweet home ...

 


Beobachtungsbericht 5.7.2013 - Die letzte Nacht, Monastiri Odigitrias.

Es war eine neue (oder alte?) Aussenlaterne hinzugekommen, aber auch das tat der Sache auf dem Klosterparkplatz keinen Abbruch.

Ich stiefelte gegen 22:20 los in die Weiten des Weltalls, versteckt hinter unserem Mietwagen.

Ich schaute mir zuerst noch einmal alle Nebelobjekte an, die ich am Vorabend gesehen hatte, um meinen Eindruck zu festigen.

Dann wollte ich ein paar alten Bekannten einen Besuch abstatten, um die Himmelsqualität zu vergleichen.

Das Feuerrad war problemlos zu fassen, auch bei kleineren 
Vergrösserungen.

Auch M51 war binnen Sekunden fassbar, ohne grosses
rumgesuche zeigen sich sofort Spiralarme.
In Deutschland ist es doch sehr Diffus im Vergleich.


Ich machte mich weiter auf, ein Objekt zu suchen, das ich noch nicht gesehen hatte.
Ist zwar nix wahnsinnig südliches im Vergleich zu den am Vorabend erspähten Dingen, 
aber mal wieder macht die Himmelsqualität sich hier bemerkbar.

Ich bin mal so frech Farbe in einer Zeichnung zu verwenden,
denn genau so war mein Eindruck.
Ich habe dieses Leuchten lange genossen.

Weiter ging es zum Saturnnebel, auch etwas was ich noch nicht gesehen habe.
Die Farbe war grünlich bis gelblich, ich werde dieses sofortige Farbsehen noch vermissen...

Man konnte indirekt auch die beiden Jets, die dem Nebel
seinen Namen geben sehen. Die aber nur sehr schwach...
deswegen hab ich hier nur den Haupteindruck
gezeichnet, und um niemand zu ärgern die Farbe 
weggelassen, hr hr hr :-)


Da es schon wieder 1 Uhr war, bereits wieder 2 Stunden seit Beginn der Dunkelheit verstrichen waren und wir morgen packen mussten, habe ich das Teleskop dann eingepackt. 

Ich habe mir noch eine ganze Weile ein letztes Mal die Milchstrasse angesehen und möchte abschliessend mal einen visuellen Eindruck auf ein DinA4 Blatt bannen, um zu zeigen was man auf Kreta "schon um die Ecke" sehen kann, ohne weit fahren zu müssen:


Ich habe die Ansicht mit der ungefähren Sterndichte mal in Stellarium simuliert:



Und das ganze noch einmal mit Sternbildlinien:


 So kann man sich die Himmelsqualtiät dort durchaus vorstellen.

Es war toll, auch wenn der Wind zu dieser Jahreszeit gnadenlos war und mir einige Striche durch die Rechnung gezogen hatte.

Ich ärgere mich im Nachhinein, das ich keine Nacht bis Sonnenaufgang mit dem Teleskop verbracht habe,
aber durch unser Tagesprogramm war das einfach nicht drinne.

Aber ich bin dort nicht das letzte Mal gewesen, soviel ist sicher.

Der Transport des Spiegels im Handgepäck und des Reisedobsons war problemlos, der Aufenthalt ist günstig und vor allem auch lecker :-)

Etwas schade, das wir mehr nach Plätzen gesucht haben, als geplant, aber beim nächsten Mal habe ich ja nun schon ein paar, die brauchbar sind und werde mich dann noch mehr auf das Beobachten konzentieren können.

Tschüss, Kreta, du schroffer Felsen, der aus dem Meer ragt, tschüss dunkler Himmel...

Mit einer Träne im Auge, als das Signal in der Kabine erklingt, als Sekunden später die Turbinen hochfahren, wir in den Sitz gedrückt werden ... 
Die Träne begann dann über die Wange zu rollen, als man spüren konnte das die Räder die Startbahn verlassen haben und wir wieder Richtung Deutschland abdrehten....

Tschüss Kreta ... 

4.7. 2013 - Besuch auf dem Psiloritis - Skinakas Observatory

Teaserbildchen ;-)

PLATZHALTER - WIRD ERST NACH VEREINSVORTRAG VERÖFFENTLICHT


Beobachtungsbericht 2.7.2013 - Parkplatz des Klosters Monastiri Odigitrias

Dieser sollte sich als gute Wahl herausstellen - endlich!

Ein planloses umherfahren auf den Landstassen Kretas kostet nämlich nicht nur Zeit (man kann allerhöchstens 50-70 km/h fahren) sondern ist auch gefährlich. Kaum Leitplanken, steile Abgründe,
und ein spiegelglatter, durch die Sonne traktierter Asphalt machen nächtliche Suchaktionen nach dem perfekten Platz sehr schwierig.

Aber nun gut, hier sollte ich nun endlich fündig werden.

Das Kloster und die nach Kali Limenes weiterführende Geröllstrasse richtung Süden am Tag, vom Parkplatz aus fotografiert.
Die Strassenlaternen funktionieren nicht und das Kloster selbst hat zwar ein paar Aussenleuchten, die aber nicht auf den Parkplatz strahlen. Zumindest nicht als ich dort war ... wer weiss, vielleicht sind sie mittlerweile repariert..





Nun folgt die erste, richtig gute Beobachtungsnacht ...

Wir waren um 22:00 Uhr wieder auf dem Parkplatz, und ich suchte noch einmal nach Centaurus A.
Leider kam von hier aus kurz vor der gesuchten Stelle die Bergkette ins Okular, schade drum :-(

Also schwenkte ich wieder in den Skorpion, und begann am unteren Rand nach einem Objekt zu suchen,
welches ich in Deutschland nicht sehen konnte und stiess hier alsbald auf NGC6388.

 Ein toller Kugelsternhaufen. Ein gleissend heller Kern,
der sich am Rand in klitzekleine Einzelsterne zerteilte.
Sehr hell in der Mitte. Sticht einem ins Auge. Sehr zu empfehlen.

Ich durchstreifte weiter das Sternbild mit den Scherenhänden und kam bei einem kleinen, offenen Sternhaufen zu stehen. Ich suche offene Sternhaufen nicht gezielt, aber der Anblick auf pechschwarzem Untergrund überzeugt einfach jeden. Ein Funkeln und Blitzen, das es einem die Sprache verschlägt...


Aber eigentlich wollte ich ja etwas anderes suchen. Also weiter durch die Dunkelheit.
nach einiger Zeit hatte ich auch dieses Örtchen gefunden, ich benötigte eine Weile, aber nach und nach konnte ich dem Käfer die folgenden Details entlocken:

Ich hab den UHC hier extra vermerkt und durchgestrichen,
weil er den Eindruck sogar verschlechtert hat.
Fragt mich nicht warum ...

Ich habe ihn eine ganze Weile beobachtet, die "Beinchen des Käfers" sind etwas zum herauskitzeln.

Dann schwenkte ich weiter umher und stolperte auf ein kleines, hübsch leuchtendes Sterngrüppchen.
Ich hatte mal wieder die Zeit vergessen, was für mich immer der Indikator für mich ist das es gerade läuft :-)



 Dann wollte ich mich auf die Suche nach dem Katzenpfotennebel begeben. Das gestaltete sich meiner Meinung nach nicht so einfach, da er sehr schwach vom Himmelshintergrund abhebt.
Ich musste eine ganze Weile suchen, bis ich sicher sagen konnte das ich die Nebelfleckchen gefunden hatte.
Ob ein OIII Filter den Eindruck verbessert hätte? Keine Ahnung, ich habe ihn nicht benutzt....





Dann bin ich weitergezogen und schaute mir den offenen Sternhaufen NGC 6231 an...

Das war faszinierend, man stelle sich unglaublich viele, kleine Sterne
zwischen den hellsten vor, zu viele um sie alle einzuzeichnen.
Man hat den Eindruck, das dieser Sternhaufen 
die Dunkeladaption stört....


Dann machte ich mich auf in die südliche Krone. Das kann man mit Worten kaum beschreiben,
dieser um 3 Sternchen angesiedelte Nebel (bessergesagt sind es 3 NGC Objekte)
schimmern bläulich türkis. In der Nähe befindet sich ein schwacher Kugelsternhaufen, der den unglaublichen Eindruck komplettiert.

Auch wieder eine Zusammenfassung die dabei 
entstanden ist, während ich den Nebel und seinen 
Begleiter abgefahren habe. 
Das passt so nicht in eines meiner Okulare...

Es muss ca. 12 Uhr gewesen sein, schon 1 1/2 Stunden in der absoluten Dunkelheit, als mich der Muskelkater und die Müdigkeit entgültig einholten. Meine Freundin Nadine war mittlerweile leicht verdreht im offenen Kofferraum unseres Miet-Fiestas eingeschlafen, woraufhin ich beschloss, diesen klasse Abend zu beenden.

Wir sind zufrieden eingeschlafen....
Diesen Platz wollte ich dann bald noch einmal aufsuchen.